2026-09-22
3D-Druckharze in der Zahnmedizin – welches Harz für Modelle, Schienen, Aligner und Prothesen?
Das Harz entscheidet darüber, ob ein Druckobjekt lediglich ein Arbeitsmodell bleibt oder ein Medizinprodukt ist, das in den Mund des Patienten gelangt. Im Folgenden ein kurzer Leitfaden zu den in der Zahnmedizin eingesetzten Harzklassen und zu den Punkten, auf die Sie bei der Auswahl achten sollten.
Biokompatibilitätsklassen – was sie bedeuten
- Ohne Patientenkontakt – Modellharze (Arbeitsmodelle, kieferorthopädische Modelle, Modelle für das Tiefziehen). Entscheidend sind Genauigkeit, eine matte Oberfläche und ein niedriger Literpreis.
- Klasse I / IIa (kurzzeitiger Kontakt) – Bohrschablonen, individuelle Abformlöffel, Schienen, provisorische Kronen. Erforderlich sind eine Zertifizierung als Medizinprodukt (MDR) und die vollständige Nachbearbeitung gemäß Gebrauchsanweisung.
- Klasse IIa (Langzeitkontakt) – Prothesenbasen, Prothesenzähne, direkt gedruckte Aligner, Retainer. Hier gelten die höchsten Anforderungen an Festigkeit, Farbstabilität und Biokompatibilität.
Modelle
Ein Modellharz muss ein maßhaltiges, opakes Druckobjekt mit geringer Schrumpfung liefern. Für kieferorthopädische Modelle zum Tiefziehen wählen Sie ein temperaturbeständiges Material mit glatter Oberfläche, damit die Folie die Schichtlinien nicht „abbildet“.
Schienen und Retainer
Transparente Materialien, die bruch- und abriebfest sind. Wichtig ist die Nachbearbeitung: gründliche Reinigung und Nachhärtung in der UV-Kammer – idealerweise unter Stickstoffatmosphäre, die die Sauerstoffinhibitionsschicht verhindert und Transluzenz sowie Festigkeit verbessert.
Bohrschablonen
Ein transparentes, sterilisierbares Harz der Klasse I (Autoklav oder vom Hersteller empfohlenes Verfahren). Prüfen Sie, ob der Hersteller ein Sterilisationsprotokoll angibt – das ist Voraussetzung für den klinischen Einsatz.
Direkt gedruckte Aligner
Die größte Veränderung der letzten Jahre: Statt eine Folie über einem Modell tiefzuziehen, wird der Aligner direkt aus einem Harz mit Formgedächtnis gedruckt, z. B. Graphy Tera Harz TC-85. Die Vorteile: kontrollierte Wandstärke, kein Modell erforderlich und die Möglichkeit, innerhalb eines Aligners unterschiedliche Steifigkeiten zu konstruieren. Erforderlich sind jedoch eine spezielle Stickstoff-Härtekammer und ein schrittweises Nachbearbeitungsprotokoll.
Prothesen
Für Prothesenbasen kommen hochfeste Harze mit farbstabilem Zahnfleischton zum Einsatz (z. B. Tera Harz THD), für flexible Prothesen Materialien mit erhöhter Elastizität (Tera Harz TFDH). Die Zähne werden separat gedruckt oder als Konfektionszähne verwendet.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
- Gibt es für das Harz ein validiertes Profil für Ihren Drucker (Wellenlänge 385 oder 405 nm, LCD/DLP)?
- Stellt der Hersteller eine vollständige Nachbearbeitungsanleitung bereit (Reinigungszeit, Härtezeit und -temperatur, Atmosphäre)?
- Wie hoch sind die tatsächlichen Kosten pro Arbeit inklusive Abfall und Stützstrukturen?
- Liegen ein Sicherheitsdatenblatt und ein MDR-Zertifikat vor?
Das gesamte Sortiment finden Sie in der Kategorie 3D-Druckharze. Wenn Sie ein Material vor der Einführung testen möchten, kontaktieren Sie uns – wir helfen Ihnen, das passende Harz für Ihren Drucker auszuwählen und die Parameter einzustellen.